Mormonische Befreiungstheologie

August 2, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Befreiungstheologie oder Theologie der Befreiung ist eine in Lateinamerika entwickelte Richtung der christlichen Theologie. Sie versteht sich als „Stimme der Armen“ und will zu ihrer Befreiung aus Ausbeutung, Entrechtung und Unterdrückung beitragen. Aus der Situation sozial deklassierter Bevölkerungsteile heraus interpretiert sie biblische Tradition als Impuls für umfassende Gesellschaftskritik. Dabei bezieht sie sich auf eine eigenständige Analyse der politökonomischen Abhängigkeit (Dependenztheorie) und arbeitet für eine basisdemokratische und überwiegend sozialistische Gesellschaftsordnung.

Daraus ergaben sich, vor allem in der katholischen Kirche, zwangsläufig erhebliche Konflikte mit der Kirchenhierarchie, die häufig in Disziplinarmaßnahmen gegen einzelne Geistliche mündeten. Als Konsequenz ihrer Überzeugungen stellten sich die Befreiungstheologen zudem offen gegen die in Südamerika weit verbreiteten oligarchischen und diktatorischen Regime, was zahlreiche Geistliche das Leben kostete. Das bekannteste Opfer ist Óscar Romero, der 1980 ermordete Erzbischof von El Salvador.

Die Grundkonzepte der Befreiungstheologie entstanden seit etwa 1960 aus der Selbstorganisation von katholischen Basisgemeinden in Brasilien. 1968 trat diese Richtung mit der Parteinahme der zweiten allgemeinen lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM) in Medellín für die Armen hervor. Ihren Namen gab ihr das 1971 erschienene Buch Teología de la liberación von Gustavo Gutiérrez.[1]

Die überwiegend katholische Befreiungstheologie empfing Anregungen vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) und wirkt in die Ökumene sowie in den sozialkritischen Protestantismus hinein. Ähnliche Konzepte entwickelten sich auch in Südafrika und einigen Ländern Asiens. Auch die in den USA im Zusammenhang der Bürgerrechtsbewegung entstandene „Schwarze Theologie“ versteht sich als Befreiungstheologie. (literatur: http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungstheologie)

Lesen Sie auch (Englisch): „Theologie der Befreiung in das Buch Mormon“ von Dennis R. Potter.

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Internationale Sprache Esperanto

Juli 4, 2011 § Ein Kommentar

Klicken Sie hier, um mehr über Esperanto zu lernen.

Esperanto ist eine Plansprache, die die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Völker erleichtert und kulturelle Gleichberechtigung ermöglicht. Sie ist leichter zu erlernen als jede Nationalsprache.

Esperanto entstand aus einem Projekt, das 1887 von dem Warschauer Arzt L. L. Zamenhof veröffentlicht wurde. Inzwischen gibt es Esperanto-Sprecher in etwa 120 Ländern. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt.

Praktisch angewendet wird Esperanto vor allem

•von Reisenden, die ein weltweites Netz von Esperanto sprechenden Gastgebern nutzen;
•auf Esperanto-Kongressen, Kulturfestivals und anderen Veranstaltungen;
•zur Pflege diverser Hobbys wie internationale Brieffreundschaften, Philatelie, Amateurfunken, Diskussionen im Usenet u. a.
Außerdem gibt es eine umfangreiche Übersetzungs- und Originalliteratur. In speziellen Fällen wird Esperanto verwendet als Wissenschaftssprache, Handelssprache und als Arbeitssprache einiger nichtstaatlicher Organisationen.

Es gibt sogar ein mormonischer Internetseite in Esperanto !

Nein, meine Söhne geb ich nicht ……… (Lehre und Bündnisse 98:16)

Juni 1, 2011 § 2 Kommentare

 Song by Reinhard Mey – English translation by Robert Poort 

I thought I’d better write you right away
and stop you right there in your tracks
You don’t have to check your list for too long
to see that I too have two sons
I love them both, I can tell you that
more than my life, more than my eye sight
And no, they will not carry arms
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

I taught them respect for life,
for each creature the greatest regard
I have taught them mercy and forgiveness
and as much as I could always taught them love
Now you will not spoil them with hate
No cause, no honor, no duty
is worthwhile to kill and die for
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

And certainly not for you has their mother
brought them with anguish into this world
Not for you and not as cannon fodder
Not for you stood I many feverish nights
desperately by their little beds
and cooled a glowing little face
untill we could rest, exhausted
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

They will not march and fall into line
not persist, nor fight till the end
not freeze to death on a godforsaken field
while you sit in your soft chairs
Protect the children from all danger
is after all my damned father’s duty
And that also means I will protect them from you
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

I will teach them disobedience
to resist and not give in
to rebel against every order
and not to bow for authority
I will teach them to go their own way
not to be a puppet on a string, not for worldly power
not to stand at attention for anyone, but for oneself
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

I would rather with them flee
than have you make them your serfs
rather go with them abroad
into poverty and as thieves in the night
We only have this one short life
I swear and say it straight in your face:
They will not give it for your illusions
No, my sons I will not give you
No, my sons I will not give you

LIBERALE MORMONISCHE SPIRITUALITÄT

Mai 1, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

The BYU Singers (2006-2007) directed by Ronald Staheli sing: „Abendfriede“ – „Peaceful Evening“  (Rheinberger).

Die Schwalbe schwingt zum Abendliede
Sich auf das Stänglein unterm Dach,
Im Feld und in der Stadt ist Friede
Fried‘ ist im Haus und im Gemach.

Ein Schimmer fällt vom Abendrote
Leis in die stille Straß‘ herein
Und vorm Entschlafen sagt der Bote
Es werd‘ ein schöner Morgen sein.

WAS IST DIE LIBERALE MORMONISCHE SPIRITUALITÄT?

  Setze dein Vertrauen in jenen Geist,
der dazu führt, Gutes zu tun.
 
Lehre und Bündnisse 11:12

Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Mormonismus zu Ihnen spricht, Sie aber bestimmte Behauptungen der HLT nicht als buchstäbliche oder unabänderbare Wahrheit akzeptieren können? Befürchten Sie, dass zu viel Betonung auf Gehorsamkeit, Autorität, Kirchprogramme und Kirchpolitik, oder Reinheit der Lehre gelegt wird und die Prinzipien des Mitgefühls, Dienst, Fortschritt, freie Vermittlung, persönliche Offenbarung,oder soziale Gerechtigkeit überschattet werden? Wenn ja, dann haben Sie was man als eine “liberale” religiöse Einstellung bezeichnet.

  Unser himmlischer Vater ist liberaler in Seiner Ansichten
und grenzenlos in Seiner Gnade und Segen,
als wir bereit sind zu glauben oder zu empfangen.
 
Joseph Smith *

Etiketten wie “konservativ” und “liberal” sind problematisch: ihre Bedeutung ist relativ, und sie werden häufig in abwertender Weise benutzt. Nichtsdestoweniger versucht diese Website, eine selbstbewusste, liberale Spiritualität gegründet in Mormonischer Tradition zu fördern. Die Website befasst sich nicht mit Kirchpolitik, Theologie, Kirchgeschichte, oder kritischem Studium der Schriften. Stattdessen ist die Grundfrage welche die Website voranbringt diese: Wo, in der HLT Tradition, ist der Geist am Werke? Mit anderen Worten: Wie fördern HLT Lehren und Praktiken spirituelle Entwicklung und wie inspirieren sie uns Gutes zu tun?

Leben und Ökumene in der Ewigkeit symbolisieren

April 15, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Am Zentralfriedhof ermöglicht die Stadt Wien jeder staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft einen eigenen Sektor für die Begräbnisstätten ihrer verstorbenen Gläubigen. Der Österreichische Kirchenvorstand der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tag ist der Stadt Wien und der Friedhöfe Wien GmbH dankbar für die Zuteilung der Begräbnisstätte.

Pfarrer Mag. Carsten Marx, Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering, Evangelisches Gemeindezentrum ARCHE: „Christus als Mitte für unsere Kirchen und für unsere Religionsgemeinschaften, das soll uns gemeinsam tragen; auch auf diesem Friedhof hier. Wir, als Evangelische Kirche AB in Österreich, als Pfarrgemeinde Simmering und auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, wir freuen uns, dass hier die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine eigene Begräbnisstätte gefunden hat, um das Leben und auch die Ökumene in der Ewigkeit zu symbolisieren.“

Mag.art. Heinrich Lersch in seinen „Gedanken zum Denkmal:
„Die Gemeinschaft der Gläubigen, der Idealisten, der wohlmeinenden Menschen ist auch in diesem Denkmal symbolisiert. Als Symbolträger Jesus; Mann, Frau und Kind symbolisieren hier die Menschheit, in aller Einfachheit ohne großen Faltenwurf und ohne exponierte Gesten; so einfach wie im Grunde alle Menschen in den Grundbedürfnissen ihres Lebens sind in dem Wunsch nach Liebe und nach Anerkennung, nach Gemeinschaft, nach Zusammengehörigkeit und nach Respekt.“

Mormonen in die sozialistische DDR

April 15, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Leben für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: Ein Buch über Henry Burkhardt geschrieben durch Ralf Julke – 28.01.2011

Es gab sie auch in der DDR, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Brüder und Schwestern dieser Kirche nennt man landläufig meist Mormonen. Das Zentrum der Kirche ist der Tempel in Salt Lake City. Leichter ließ sich ein staatliches Misstrauen in der DDR gar nicht begründen. Aushalten musste das auch Henry Burkhardt.

Raymond Kuehne, der im Leipziger Universitätsverlag 2008 schon das Buch „Mormonen und Staatsbürger: Eine dokumentierte Geschichte der Kirche Jesu Christ der Heiligen der Letzten Tage in der DDR“ herausgebracht hat, hat jetzt auch das Buch über den Mann geschrieben, der fast 40 Jahre lang der ranghöchste Vertreter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der DDR war. 1952 – da wurde der in Chemnitz Geborene – gerade 22 Jahre alt – zum Missionsratgeber ernannt. Da die DDR keine eigene Mission hatte und verwaltungstechnisch der Ostdeutschen Mission (mit Sitz in West-Berlin) und später der Norddeutschen Mission zugeordnet war, hatte sie auch keinen eigenen Präsidenten.

Was die Arbeit des jungen Mannes, der nun auf einmal zum wichtigsten Ansprechpartner auch für die staatlichen Instanzen wurde, nicht gerade problemlos machte. Denn um an die neuesten Bücher und Schriften für die Kirchenarbeit zu kommen und Kontakt zum Missionspräsidenten zu halten, musste er mit seinem alten Auto regelmäßig nach West-Berlin. Und auch nach dem Mauerbau 1961 musste er den Kontakt aufrecht erhalten, was logischerweise mit einigen sehr konspirativen Treffen einher ging.

Dass die Mormonen freilich nach dem Grundsatz lebten und leben, dass sie sich in staatliche und politische Belange grundsätzlich nicht einmischen, änderte auch nichts daran, dass die Kirche mit ihren anfangs rund 8.000 Mitgliedern in der DDR zum Objekt der Überwachung durch (Kriminal-)Polizei und Stasi wurde. Und ihr wichtigster Mann natürlich erst recht. Auch wenn die Folgen dessen nur da und dort in diesem Buch aufscheinen. Denn in einer seiner Erinnerungen spricht Henry Burkhardt davon, dass er mehrmals ins Gefängnis gesteckt worden sei. Nie wirklich für längere Zeit. Meist nur als Willkürakt der einen oder anderen Behörde, die hinter seiner Arbeit und den regelmäßigen Treffen in West- oder Ost-Berlin mal das Einschmuggeln von verbotener Literatur, mal Spionage vermuteten.

Dass das alles in diesem Buch keineswegs spektakulär daher kommt, hat wohl auch mit dem Charakter Henry Burkhardts zu tun, den die diversen Weggefährten, die zu Wort kommen, als einen bescheidenen, pragmatischen und prinzipienfesten Menschen schildern, der auch lange seine Abscheu vor den Machthabern pflegte. Auch noch über den Rat von Spencer W. Kimball hinaus, mit den Mächtigen in der DDR freundlicher umzugehen. Diplomatisch war Burckhardt auch vorher schon gewesen. Seit 1969 war er nicht nur Missionsratgeber, sondern selbst Präsident einer eigenen – der Dresdener Mission. Und damit war er weiterhin der höchste Repräsentant seiner Kirche in der DDR. Auch staatliche Dokumente zeigen die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als eher unproblematischen Teil einer Religionslandschaft, in der sich der atheistisch gebärende Staat durchaus Konflikte produzierte und auszuhalten hatte – etwa mit der katholischen und der evangelischen Kirche.

Übrigens ein Thema, das nach 1990 noch einmal heftig diskutiert wurde, als auch die politische Zurückhaltung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage noch einmal thematisiert wurde. Was ihre Mitglieder keineswegs davor schützte, von der Stasi unterwandert und beobachtet zu werden oder berufliche Probleme zu bekommen. Letzteres trug übrigens auch dazu bei, dass die missionsfreudige Kirche ihre Missionen einstellen musste, denn die Missionare bekamen erhebliche Schwierigkeiten, wieder eine Arbeit zu finden.

1978 signalisierte die DDR-Staatsführung selbst einen Gesinnungswandel und schlug den Bau eines eigenen Tempels vor. Ein Vorschlag natürlich mit Hintergedanken, denn um die nötigen Rituale durchführen zu können, mussten die Mitglieder der Kirche in der DDR bis dahin in die Schweiz reisen zum nächstgelegenen Tempel. Und bei Reisegenehmigungen hatte die DDR von Anfang an ihre Probleme. Während die für Kirchenfragen zuständigen Regierungsfunktionäre Entgegenkommen zeigen, das dann 1985 mit der Weihe des Tempels in Freiberg seinen Höhepunkt erfährt, sieht das berühmte Ministerium des staatlichen Misstrauens eben deshalb gute Gründe, seine Observation der Kirche und ihres Präsidenten, der 1984 zum Präsident des Freiberger Tempels wird, zu verstärken.

Als Henry Burkhardt sich dann 2008/2009 seine Akten aus den Stasi-Archiven geben lässt, ist er selbst überrascht, dass allein die in Chemnitz verfügbaren Akten einen 40 Zentimeter hohen Stoß ergeben. Dabei fehlt der Aktenbestand aus Dresden bislang komplett, der augenscheinlich im Herbst 1989 gleich als erstes mit geschreddert wurde. Denn natürlich gehörte Burkhardt, auch wenn die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage am Ende nur noch 4.000 Mitglieder in der DDR hatte, weil viele schon in den 1950er Jahren das Land verlassen hatten, trotzdem zu den herausragenden Persönlichkeiten im Land.

Er war auch am 7. Oktober 1989 eingeladen zu den Feiern des 40. Jahrestages de DDR, saß am Bankett-Tisch, als Erich Honecker seinen Gast aus der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, noch einmal auf Unterstützung für das kriselnde Land ansprach und Gorbatschow ihm noch einmal erklärte, dass die DDR ein eigenständiger Staat sei und alle Freiheiten habe, seine Probleme selbst zu lösen.

Kuehne lässt die Dinge, die er erzählt, weitgehend unkommentiert, lässt dafür lieber Menschen zu Wort kommen, die mit Henry Burkhardt gearbeitet haben. Ein wenig kurz kommt – da Burkhardt selbst sich mit privaten Aussagen sichtlich zurückhält – natürlich das Familienleben. Fast hat man das Gefühl, dass für den Porträtierten die Arbeit für seine Kirche tatsächlich das ganze Leben war. Ein Leben immer wieder auch auf einem schmalen Grat, denn dass die Kirche observiert wurde, wusste er, dass auch die Kontakte nach Westdeutschland oder in die USA genauestens beobachtet wurden, wusste er auch.

Da Burkhardts Präsidentschaft 1991 endete, ist seine Lebensgeschichte praktisch auch eine persönliche Geschichte der Mormonen in der DDR. Entstanden natürlich aus Kuehnes Arbeit von 2008, ein wenig mit Nachdruck forciert, weil Burkhardt auch im hohen Alter ein zurückhaltender und keineswegs ruhmsüchtiger Mensch geblieben ist. Man lernt ein wenig über die Schwierigkeiten auch dieser Kirche in der DDR, die sich ja lange Zeit sehr martialisch gab, bevor sie in den 1970er auch die Koexistenz mit den Glaubensgemeinschaften suchte.

Und da der Autor sich mit Wertungen zurückhält, bleibt es ganz dem Leser überlassen, sich Urteile zu bilden. Oder auch nicht. Manchmal reicht auch einfach zu wissen: So war das also. Manchmal reicht das schon.

literatur: http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2011/01/Ein-Leben-fuer-die-Kirche-Jesu-Christi-der-Heiligen-der-Letzten-Tage.html

Helmuth Hübener

April 11, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Helmuth Günther Hübener (* 8. Januar 1925 in Hamburg; † 27. Oktober 1942 in Berlin-Plötzensee) war der jüngste vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilte und hingerichtete Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Helmuth Hübener kam aus einer unpolitischen Arbeiterfamilie; wie die Mutter und die Großeltern gehörte er der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) an. Sein Adoptivvater, ein Nazimitläufer, gab ihm den Namen Hübener.

Bis zuletzt gehörte Helmuth Hübener zur Hitler-Jugend, in der er jedoch zahlreiche Konflikte austrug, so wegen des Drills und der Reichspogromnacht. Als die Kirchengemeinde, der er angehörte, die Juden vom Gottesdienstbesuch ausschloss, löste diese Maßnahme der Anpassung Widerspruch und Abscheu bei ihm aus. 1941 begann Hübener nach Abschluss der Mittelschule eine Ausbildung als Verwaltungslehrling in der Hamburger Sozialbehörde. Er lernte andere Lehrlinge, solche mit kommunistischem Hintergrund der Eltern, kennen und wurde von ihnen in das Abhören sogenannter Feindsender eingeführt.

Hübener begann im Sommer 1941 selbständig mit dem Abhören von BBC. Er nutzte das Gehörte zur Formulierung und Vervielfältigung antifaschistischer Texte und Flugblätter gegen den Krieg. Im Herbst 1941 bezog er zwei Freunde aus seiner Gemeinde, später Arbeitskollegen in das Abhören des Auslandssenders und in die Verbreitung von rund 60 verschiedenen Flugschriften ein. Deren Auflage betrug zwischen drei und fünf Stück, alle waren mittels Schreibmaschinen-Durchschlägen hergestellt. Der Inhalt der Flugblätter spiegelte meist Nachrichten aus den abgehörten ausländischen Feindsendern.

Anfang Februar 1942 wurde Helmuth Hübener am Arbeitsplatz im Hamburger Bieberhaus verhaftet. Beim Versuch, die Flugblätter ins Französische zu übersetzen und unter Kriegsgefangenen verbreiten zu lassen, war er aufgefallen und von einem Nazi und Träger des Goldenen Parteiabzeichens – seinem Vorgesetzten Heinrich Mohns – bei der Gestapo denunziert worden.

Am 11. August 1942 fand die Verhandlung vor dem 2. Senat unter dem Vizepräsidenten Karl Engert des Volksgerichtshofs in Berlin statt und am 27. Oktober 1942 wurde er im Alter von 17 Jahren von Scharfrichter Wilhelm Röttger hingerichtet. Die drei Mitangeklagten – Karl-Heinz Schnibbe, Rudolf Wobbe und Gerhard Düwer – erhielten lange Freiheitsstrafen.[1]

1941 entstanden, ohne voneinander zu wissen, mehrere jugendliche Vierergruppen. Helmuth Hübener in Hamburg, Walter Klingenbeck in München, Josef Landgraf in Wien. Die Gruppenmitglieder hatten ein starkes Interesse für Radiotechnik und ethisch-religiöse, meist christliche, Standpunkte. Zeitgleich hatten Hübener und Klingenbeck mit dem Abhören von Feindsendern und der Verbreitung von Flugblättern begonnen. Nahezu auf den Monat genau wurden sie 1942 im Februar und Januar verhaftet. 1943 im August und September verurteilt, beide am Volksgerichtshof Berlin, der für schwerwiegende Fälle zuständig war. Im Gegensatz zu Klingenbeck wurde Hübeners Todesurteil bereits wenige Monate nach der Verhandlung vollstreckt in der Hinrichtungsstätte des Strafgefängnisses Berlin-Plötzensee. Hübener war mit seinen 17 Jahren der jüngste Widerstandskämpfer, an dem ein Todesurteil des Berliner Volksgerichtshofs vollzogen wurde.

In Hamburg sind ein Jugendhaus und ein Weg im Stadtteil Lohbrügge nach Hübener benannt.
Die Hamburger Malerin Hildegund Schuster hat zur Erinnerung an die Helmuth-Hübener-Gruppe ein Wandbild an einem Giebel der Heinrich-Wolgast-Schule in St. Georg geschaffen. Das Wandbild wurde am 14. November 2010 der Öffentlichkeit präsentiert[2].

Literatur: http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_H%C3%BCbener